Nachrichten aus der Pflege

Seit Jahren wird von allen Seiten beklagt, dass es zu wenige Menschen gibt, die in der Pflege arbeiten wollen. Auch die Demonstration mit 135000 Menschen in Berlin vor drei Jahren hat keine wirklichen Verbesserungen gebracht. Jetzt dreht der DBfK den Spieß um und lädt alle Pflegeprofis ein, von ihren Arbeitgebern konkrete Verbesserungen zu fordern ... es gebe schließlich genug Stellenangebote.

'Blickfänge 2012 - vom Augenmaß überwältigt' ist der Titel eines Wandkalenders der Lebenshilfe Bamberg. Ausdrucksvolle Portraits und kunstvolle Bilder von Sonja Eichfelder, die gute Laune verbreiten, begleiten durch das Jahr.

Die Koalition möchte in die Schlagzeilen kommen. Deshalb wird beschlossen, dass es im Jahr der nächsten Bundestagswahl etwas mehr Geld für Demenzkranke und pflegende Angehörige geben soll. Phillip Rösler hatte mit seinem "Jahr der Pflege" hohe Erwartungen geweckt. Die kann der Nachfolger Daniel Bahr nicht erfüllen.

Christian Zimmermann weiß, wovon er spricht: Er selbst lebt seit einigen Jahren mit der Diagnose. Mit Peter Wißmann schreibt er – als erster Demenzbetroffener überhaupt – seine Erfahrungen auf. In persönlichen Schilderungen, mit konkreten Tipps und vielen Anregungen zum Weiterdenken wenden die Autoren sich an Menschen, die mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz leben müssen. Aber sie schreiben auch für all jene, die in Kontakt zu Betroffenen stehen oder ganz einfach Angst vor Alzheimer haben. Eine Rezension.

Pflegebedürftige zu unterstützen ist Frauensache in Deutschland? Jain. Ja, weil in den Pflegeberufen und auch in den Familien meistens Frauen pflegen, vor allem wenn es um Körperpflege, Kleiden und Ernährung geht. Nein, weil in den Klassen der Pflegeschulen inzwischen ganz selbstverständlich Männer sitzen - oft mehr als 10 Prozent. Nein, weil Pflegebedürftige um selbstbestimmt leben zu können nicht nur Unterstützung beim Waschen brauchen. Besorgungen, Renovierungsarbeiten, Kontakte mit Gesundheitsprofis oder Ämtern, Bankgeschäfte, Handwerker ... Auch diese Hilfen gehören zur Pflege und werden oft von Männern übernommen. Eine Fachtagung beschäftigt sich mit pflegenden Männern: Was motiviert sie? Was brauchen diese Männer an Unterstützung und Förderung? Wie kann es gelingen, mehr Männer für die Pflege zu gewinnen?

Seit Jahren basteln Gesundheitspolitik, IT-Branche und gesetzliche Krankenversicherungen an der elektronischen Gesundheitskarte. Nach vielen Testläufen, Rückschlägen und nachdem bereits viele Millionen Euro ausgegeben wurden, ist es beschlossen. Die neue Gesundheitskarte muss von den Versicherungen an die Mitglieder ausgegeben werden. Bis Ende 2011 sollte ein Zehntel aller Versicherten mit der neuen Karte ausgestattet sein. Zweifel am Sinn dieses Milliardenprojekts gibt es viele.

Philipp Rösler hatte 2011 zum Jahr der Pflege ausgerufen. Es ist Zeit zurück zu blicken. Was haben die beiden Gesundheitsminister erreicht? Wir vergleichen Röslers Absichten von 2010 mit Bahrs Ideen von 2012.

Weihnachten. Wünsch Dir was. Kinder werden dazu eingeladen vor Weihnachten einen Wunschzettel zu schreiben. Was wünschen sich Menschen, die ihre Angehörigen pflegen? Die Selbsthilfeorganisation Carers Newzealand hat nachgefragt. Hier sind einige Antworten ... nicht nur für die Weihnachtszeit.

Bereits im Juli 2011 veröffentlichte das Statistische Bundesamt eine Auswertung von Krankenhausstatistiken und stellte fest, dass der demografische Wandel nicht zu einer Kostenexplosion im Gesundheitssystem führt. Jetzt hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) den 'Versorgungs-Report 2012' vorgelegt. Darin kommen die gesetzlichen Kassen zur Schlussfolgerung: 'die steigende Lebenserwartung wird die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) weit weniger belasten als vielfach angenommen – eine Kostenexplosion bleibt aus.'

Wenn etwas museumsreif wird, dann gilt es als bedeutend - so gesehen, hat es ziemlich lange gedauert, bis die Pflege es zu einem eigenen Museum gebracht hat. Jetzt gibt es das. In Düsseldorf Kaiserswerth, der Wirkungsstätte der Eheleute Fliedner. An dem Ort, wo die systematische Ausbildung für Pflegekräfte ihre Wurzeln hat. An dem Ort, den Florence Nghtingale unbedingt aufsuchen wollte, um Krankenpflege zu erlernen.